Schwarzes Hamburg

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Autor Thema: Cannabis-Legalisierung  (Gelesen 342 mal)

RaoulDuke

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Cannabis-Legalisierung
« am: 24 November 2022, 12:28:24 »

Mal ein ganz anderes Thema:

Was haltet Ihr von der höchstwahrscheinlich kommenden Cannabis-Legalisierung?

Ich bin stark dafür. Der derzeit illegale Handel mit Cannabis lockt allerlei schräge Leute an und verspricht hohe Gewinnspannen, weil das Produkt illegal ist. Nachgefragt und konsumiert wird es sowieso - durch eine Legalisierung kann man die Produktqualität erhöhen, den sowieso stattfindenden Konsum aus der Schmuddelecke holen und entzieht schmierigen Drogendealern ihr Geschäft. Und die Polizei kann sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren und die wirklich gefährlichen Kriminellen jagen.

Wie sehr Ihr das?
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Eisbär

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #1 am: 24 November 2022, 16:40:33 »

Ich bin zwiegespalten - aus einem ganz egoistischen Grund:
Der Geruch von Cannabis-Rauch verursacht bei mir heftigste Übelkeit und Brechreizattacken. Mein Körper rebelliert da total. Bei einer vollständigen Legalisierung wird der Alltag damit für mich zu einem Spießrutenlauf - denn seien wir mal ehrlich: der Nichtraucherschutz funktioniert schon bei Tabakprodukten hierzulande nicht richtig und wird es bei Cannabis auch nicht.

Auf der anderen Seite bin ich eigentlich generell für eine kontrollierte Freigabe von (allen) Rauschgiften, wobei die Kontrolle abhängig von der jeweiligen Substanz sein sollte. Simpel gesagt: Kokain muss anders kontrolliert werden als Koffein.
Eine Legalisierung hätte auf jeden Fall den Vorteil, dass man dem organisierten Verbrechen eine Einnahmequelle nimmt, es würde Qualitätskontrollen und -standards geben, die den Verbraucher schützen.


Die bereits legalen Rauschgifte Alkohol, Tabak und Koffein sind ja auch (unterschiedlich) kontrolliert freigegeben, wobei die Kontrolle sich bei ersteren beiden bei der Ausgabe z. B. auf Altersbeschränkungen bezieht, bei alkoholischen Getränken gibt es auch Qualitätskontrollen. Koffeintabletten sind apothekenpflichtig und bei Kaffee, Tee oder Cola sind zumindest Eltern bezüglich ihres Nachwuchses eine meist relativ gut aufgeklärte Kontrollinstanz.

Während ich denke, dass Substanzen wie Kokain, Heroin und generell die sogenannten "harten Drogen" ausschließlich auf Rezept aus der Apotheke an Süchtige ausgegeben werden sollten (auch so verliert das organisierte Verbrechen die Einnahmequelle und die Süchtigen sind sicher vor übelsten Verschnitten), bin ich bei Cannabis noch nicht vollkommen sicher, wie man es da handhaben sollte.
Ich kann mir vorstellen, dass man es wie bei Tabak und Spirituosen nur ab 18 verkaufen sollte (wobei ich auch bei den beiden vorziehen würde, wenn man es, wie größtenteils im europäischen Ausland bereits der Fall ist, nicht einfach in Lebensmittelgeschäften kaufen könnte, sondern nur in Spezialgeschäften, in die man nur Zugang über den Ausweis zum Nachweis der Volljährigkeit erhält).

Generell bei allen psychoaktiven Stoffen sollte auf jeden Fall ein striktes Verbot für die Teilnahme im Verkehr bestehen bleiben und im Falle von Alkohol auch noch auf null Promille verschärft werden. Es soll sich gerne jede(r) selbst seinen/ihren Rausch gönnen, wenn er/sie das braucht, aber die Gefährdung von Dritten muss auf jeden Fall immer ausgeschlossen werden.
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nightnurse

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #2 am: 25 November 2022, 08:14:27 »

Ich finde die Illegalität von Cannabis einigermaßen unverhältnismäßig angesichts dessen, daß Alkohol frei verkäuflich ist (mit einer fast beinahe überall eingehaltenen Altersbeschränkung).
Und wie bereits gesagt wurde, kommt man, wenn man denn doch konsumieren möchte, mit eher unangenehmen Kreisen in Berührung.
Das Gefasel von der Einstiegsdroge kann ich auch nicht mehr hören weil: Alkohol ist legal und damit dürften die meisten Leute Erfahrungen machen, bevor sie zu kiffen anfangen. Tabak dito. Außerdem ist Alkohol die Einstiegsdroge für Alkohol ::). Wenn man vom Joint zu anderen Drogen kommt, liegt das evtl. auch daran, WO man momentan kauft und was man da noch so angeboten bekommen kann.

Die zwei Probleme, die ich sehe, sind nur die Teilnahme am Straßenverkehr, weil die Wirkdauer von THC wohl eher schlecht absehbar ist - wenn ich am Samstagabend gekifft habe, darf ich Montag wieder mit dem Auto los? (hab mich schon lange nicht mehr damit beschäftigt, was der aktuelle Stand des Wissens ist ^^)

Und das andere, daß ich, wie Eisbär, den Geruch WIRKLICH nicht abkann.
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BaerndME

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #3 am: 25 November 2022, 14:17:12 »

Ich mag den Geruch auch nicht wirklich.

Ich sehe vor allem die Nummer mit den Streckstoffen und der Kriminalität.
Das sind für mich die Killerargumente.
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Taéra

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #4 am: 25 November 2022, 14:32:08 »

Na, dann beteilige ich mich auch mal wieder an einem Thema, das hier sollte ja nicht ganz so heikel sein. :D

Ich sehe das zudem auch so wie meine beiden Vorredner. Eigentlich bin ich für die Legalisierung, aber ich habe auch arg viele Bedenken. Der Mensch an sich beweist ja so schon, dass er einfach nicht verantwortlich handeln will.
Ich denke, dass Cannabis im öffentlichen Raum nichts zu suchen haben sollte. Bestimmte Orte, an denen man es konsumieren darf, wären angebracht. Wie lange das Zeug anhält, tjaaa... Das ist wohl der wichtigste Punkt, den es zu bedenken gibt.

Ich wohne ja im beschaulichen Langenhorn und grade in dieser Ecke, wo wir leben (sind ja 2019 in einen Neubau gezogen) hatten wir sofort das Gefühl, direkt in Spießerville gelandet zu sein. Es mag ein Vorurteil sein, dass ich sowas hier nicht erwartet hätte, aber trotzdem erlebe ich es immer mal wieder morgens auf dem Weg zur Arbeit, wie Leute noch direkt hier vor mir langlatschen und so dermaßen nach diesem absolut wiederlichen Zeug riechen, dass mir schlecht wird. Und wenn dann diese (meist) jungen Männer auch noch eine typische Engelbert Strauß-Kluft anhaben, schön mit dem Namen des Arbeitgebers auf dem Jackenrücken und man sehen kann, dass sie jetzt höchstwahrscheinlich auf dem Weg zu einer Baustelle sind... Das macht mir schon ziemliche Sorgen. Wie soll das denn werden, wenn der Konsum an sich erlaubt ist?

Man sieht ja am Alkohol schon super, wie toll es klappt, dass man unter Einfluss keine schweren Maschinen betätigen soll. Als wenn sich die meisten Konsumenten von Cannabis da eher dran halten würden.

Also die ganzen Begründungen mit Einstiegsdroge und so weiter, halte ich auch für Quatsch. Mir macht die Sicherheit im Straßenverkehr und eine womögliche Konfrontation im Arbeitsleben und sonstigen Alltag Sorgen und da ich den Geruch auch extrem nicht abkann, habe ich auch mit der Vorstellung, es überall (noch mehr) riechen zu müssen, ein massives Problem.
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PlayingTheAngel

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #5 am: 29 November 2022, 13:38:10 »

Ich mag den beißenden Grasgestank auch nicht. Trotzdem bin ich eindeutig für eine weitreichende, über Cannabis hinausgehende Drogenlegalisierung, sowie Abgabe nach vorherigem Altersnachweis. Die momentane Gesetzgebung scheint mir weltfremd und von der Realität losgelöst. Alleine dass Drugchecking (die Pille vor Ort kurz auf Inhaltsstoffe und Dosierung prüfen zu lassen bevor sie geschluckt wird) in Deutschland IMMER NOCH nicht legal ist, zeigt die ganze Absurdität. In der Schweiz ist das längst möglich. Außerdem führen fehlende klar definierte Grenzwerte zu willkürlichen Urteilen für Betroffene. Jemanden den Führerschein abzunehmen weil er am Abend vorher einen Joint geraucht hat und um 13:00 uns Autos steigt ist absurd!

Zudem vertraue ich im Zweifel in die Urteilsfähigkeit des Einzelnen, zumal SOWIESO an dunklen Samstagabenden alle möglichen Pülverchen im Umlauf sind... nur eben ungeprüft, teils unsicher, irgendwie dosiert, wild zusammengemischt und mit sonstnochwas gestreckt. Und das, trotz aktueller strenger Gesetzgebung.
« Letzte Änderung: 29 November 2022, 13:40:52 von PlayingTheAngel »
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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #6 am: 29 November 2022, 13:57:37 »

Ich mag den beißenden Grasgestank auch nicht. Trotzdem bin ich eindeutig für eine weitreichende, über Cannabis hinausgehende Drogenlegalisierung, sowie Abgabe nach vorherigem Altersnachweis. Die momentane Gesetzgebung scheint mir weltfremd und von der Realität losgelöst. Alleine dass Drugchecking (die Pille vor Ort kurz auf Inhaltsstoffe und Dosierung prüfen zu lassen bevor sie geschluckt wird) in Deutschland IMMER NOCH nicht legal ist, zeigt die ganze Absurdität. In der Schweiz ist das längst möglich.

Ja.
Obwohl ich da dennoch differenzieren würde.
Partydrogen wie MDMA, Amphetamin oder meinetwegen auch Kokain, deren zerstörerische und abhängig machende Wirkung einen begrenzten Rahmen hat, vergleichbar mit oder unter dem Alkohol, sind meiner Meinung nach auch Geschichten, bei denen Streckstoffe, Kriminalität, Beschaffung und dergleichen wesentlich fiesere Probleme sind als der Konsum.

Für Meth, Heroin, Crack u.s.w. gilt das aber nicht mehr, denn...

Zudem vertraue ich im Zweifel in die Urteilsfähigkeit des Einzelnen, zumal SOWIESO an dunklen Samstagabenden alle möglichen Pülverchen im Umlauf sind... nur eben ungeprüft, teils unsicher, irgendwie dosiert, wild zusammengemischt und mit sonstnochwas gestreckt. Und das, trotz aktueller strenger Gesetzgebung.

...Menschen sind einfach dumm. Es passieren so viele Sachen, die wir mit uns selbst machen, die komplett wider jeglicher Vernunft sind... Nein, ein Urteilsvermögen haben wir nicht, nicht jeder Einzelne und vor allem Menschen nicht, die keine Profis auf einem Gebiet sind.

Außerdem führen fehlende klar definierte Grenzwerte zu willkürlichen Urteilen für Betroffene. Jemanden den Führerschein abzunehmen weil er am Abend vorher einen Joint geraucht hat und um 13:00 uns Autos steigt ist absurd!

Absolut absurd!
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Völlig lächerlich.

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PlayingTheAngel

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #7 am: 29 November 2022, 21:28:36 »

Ja.
Obwohl ich da dennoch differenzieren würde.
Partydrogen wie MDMA, Amphetamin oder meinetwegen auch Kokain, deren zerstörerische und abhängig machende Wirkung einen begrenzten Rahmen hat, vergleichbar mit oder unter dem Alkohol, sind meiner Meinung nach auch Geschichten, bei denen Streckstoffe, Kriminalität, Beschaffung und dergleichen wesentlich fiesere Probleme sind als der Konsum.

Für Meth, Heroin, Crack u.s.w. gilt das aber nicht mehr, denn...
Da sind wir absolut einer Meinung, ich würde auch nicht alles frei geben.

...Menschen sind einfach dumm. Es passieren so viele Sachen, die wir mit uns selbst machen, die komplett wider jeglicher Vernunft sind... Nein, ein Urteilsvermögen haben wir nicht, nicht jeder Einzelne und vor allem Menschen nicht, die keine Profis auf einem Gebiet sind.
Ja, stimmt, es werden unendlich viele Dummheiten begangen und mit dem Urteilsvermögen ist es oft auch nicht so weit her. Ich bin trotzdem ein großer Freund der freien Entscheidung, selbst wenn sich das Subjekt im Einzelfall selbst schädigt. Auch, wenn das die Gemeinschaft gegebenenfalls belastet. Selbstständiges, kritisches und eigenverantwortliches Handeln zu erlernen benötigt eben Freiheit - und wird durch diese gefördert. Auch wenn dabei Kollateralschäden entstehen. So sehe ich es jedenfalls. Das offensichtlich zerstörerische Zeug würde ich wie oben geschrieben auch nicht im Volkskörper verteilen.
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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #8 am: Gestern um 13:58:01 »

Ja.
Auch MDMA und Co. haben schon Leute ins Krankenhaus gebracht und ihre Psyche / Körper teils unheilbar gestört.
Aber Alkohol eben auch, und das in viel höherem Maße.
Würde ich als "potenzielle Kollateralschäden" auch um der Freiheit Willen akzeptieren. Da simmer uns einig.
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Eisbär

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Antw:Cannabis-Legalisierung
« Antwort #9 am: Gestern um 22:50:09 »

Das würde ich nicht als Kollateralschaden bezeichnen, da die Opfer in dem Fall i. A. die Konsumenten selbst sind.
"Kollateralschaden" betrifft eigentlich immer unbeteiligte Dritte - und das ist in meinen Augen immer inakzeptabel. Daher meine Ansicht über eine "kontrollierte Freigabe" jeglicher Rauschgifte, eben mit den Wirkungen und Nebenwirkungen angepasster Kontrolle. Dass man alkoholisiert nicht Auto fahren darf, halte ich für absolut richtig (ich bin für die Null-Promille-Grenze). Dass man das auch unter dem Einfluss anderer Rauschgifte nicht tun dürfen sollte, halte ich für ebenso richtig.

Kurze Exkursion:
Die Grenzen der Freiheit sind eben da, wo die Freiheit der anderen beginnt. Und zur Freiheit der anderen gehört eben auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Im Grundgesetz ist das sehr schön formuliert: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt..." Der Sinn von Gesetzen ist meines Erachtens die Grenze zwischen der Freiheit des einen und des anderen zu definieren, wobei (meistens, eigentlich fast immer) der aktiv Handelnde nicht die Freiheit des Passiven einschränken darf.

Sinn der Exkursion:
Wenn irgendwer sich irgendwelche Substanzen zuführt, ist das Sache dieser Person, solange sie sich damit ausschließlich selbst schädigt.
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