Schwarzes Hamburg

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Autor Thema: Gerede über Blackout im kommenden Winter  (Gelesen 2285 mal)

BaerndME

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #15 am: 19 November 2022, 18:27:49 »

Ralph Tiesler, der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, wird heute in der Welt mit dem Satz zitiert: "Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird."

Wie geht man denn mit dieser Aussage um, wenn man davon ausgeht, die Sorge vor einem Stromausfall sei Rechtsaussen-Panikmache?

Und was wäre, wenn es tatsächlich Stromausfälle gäbe? Wären die dann auch rechts?

Indem man a) keine Springerpresse liest und b) das GANZE Zitat und den Kontext beachtet.
Zitat
„Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird“, sagte BBK-Chef Ralph Tiesler der Zeitung Welt am Sonntag. „Damit meine ich eine regional und zeitlich begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung.“

Die Ursache sei dann allerdings nicht nur Energieknappheit, sondern auch das gezielte, zeitweise Abschalten der Netze durch die Betreiber, um die Netze zu schützen und die Gesamtversorgung nicht zu gefährden.

Quelle: FAZ

Die Wortwahl war dann wohl ein Versehen, wenn er den 2. Satz noch nachschieben muss.
Was ist denn ein Blackout?

Ein Blackout ist ein unkontrolliertes und unvorhergesehenes Versagen von Netzelementen. Das führt dazu, dass größere Teile des europäischen Verbundnetzes oder das gesamte Netz ausfallen (sogenannter Schwarzfall). Ein solches Ereignis könnte beispielsweise auftreten, wenn in einer angespannten Last- und Erzeugungssituation zusätzlich schwere Fehler an neuralgischen Stellen des Übertragungsnetzes auftreten. Ein Blackout ist also grundsätzlich kein durch eine Unterversorgung mit Energie ausgelöstes Ereignis, sondern bedingt durch Störungen im Netzbetrieb.

Wenn deine Frage darauf abzielt, was der gemeine weniger gebildete deutsche Michel, dessen Allgemeinwissen und Recherchefähigkeit weniger gut ausgeprägt sind, denken soll, wenn er das liest:
Yo.
Scheiße is.
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Eisbär

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #16 am: 19 November 2022, 19:24:32 »

Ralph Tiesler, der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, wird heute in der Welt mit dem Satz zitiert: "Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird."

Wie geht man denn mit dieser Aussage um, wenn man davon ausgeht, die Sorge vor einem Stromausfall sei Rechtsaussen-Panikmache?

Und was wäre, wenn es tatsächlich Stromausfälle gäbe? Wären die dann auch rechts?
Was Baernd schreibt.

Oder für Dich nochmal einfacher zusammengefasst:
Stromausfall ≠ Blackout
zeitlich und regional abgestellter Strom ≠ Blackout

Der Herr Tiesler hat sich nur blöd ausgedrückt. Davon abgesehen besteht die gleiche Gefahr eines Blackouts wie sonst: durch Unfälle, Naturkatastrophen o. ä. kann essentielle Infratstruktur ausfallen und so unkontrolliert der Strom ausfallen. Stell Dir einfach eine Flut wie im Ahrtal bei einem größeren Umspannwerk vor. Da ist es dann eben mal ein Weilchen dunkel.


Und dass das dieser Wortfehler wieder zu einer Story gemacht wird und das ganze aufgebauscht wird, kommt natürlich wieder von rechts. Oder seit wann sie die Welt oder Du links?
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RaoulDuke

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #17 am: 20 November 2022, 19:13:45 »

Das gab jetzt in der Tat ein paar neue Erkenntnisse für mich...

Hm. So oder so, ich bin lieber gerüstet.

Aber wie kann ich mich dagegen rüsten, dass ich mich von der Presse zunehmend fehlinformiert fühle, egal von welcher?
« Letzte Änderung: 20 November 2022, 21:35:42 von RaoulDuke »
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Jack_N

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #18 am: 20 November 2022, 20:36:56 »

Da hilft nur querlesen. Gerade bei solchen Sensations-Headlines, mal etwas nachforschen und dafür bieten sich ja genau bei solchen Themen auch wissenschaftlich fundiertere Quellen an.
Merke: Vorsitzende von Institutionen und Pressefräggels sind i.d.R. keine Leute mit wissenschaftlichem Hintergrund. Und teils reichen ja fallengelassene oder verwechselte Bindewörter um den Inhalt einer Aussage komplett zu drehen.

Stromausfälle hatte ich in der Zeit in der ich in Hamburg wohnte übrigens mehrmals, teilweise mehrfach im Jahr. In der Regel nur für wenige Minuten, oder teilweise nur Sekunden, aber sie kamen vor.
Das liegt eh mehr an der direkt benachbarten Infrastruktur und wie die gewartet wurde. Wenn durch nen doofen Zufall irgendwo ne Knotentrasse platzt - ja meine Güte, das halt doof, nech?
Aber normalerweise sind die Netzt zumindest so ausgelegt, dass alle wirklich wichtigen Sachen redundant verfügbar sind.
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BaerndME

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #19 am: 20 November 2022, 20:54:15 »

Da hilft nur querlesen.

So ungefähr.

Ich würde, wenn ich was sensationelles lese, mal bei den ausführlicher und "ordentlicher" schreibenden Zeitungen schauen wie der Süddeutschen oder der FAZ.
Und dann eben weiter wie jetzt z.b. ich bei der Bundesnetzagentur.
Eine Wahrheitsgarantie gibt es nie, aber die hat es auch nie gegeben, und dass es sie irgendwann mal geben wird, halte ich für unwahrscheinlich.

Bei Springer ist "Absatzzahlen > Wahrheitsgehalt" Firmenphilosophie.
Oder anders: Stell dir mal vor, die Welt würde sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, was das hieße... Nichts geringeres, als die Bild, also das finanzielle Zugpferd des Konzerns, zu torpedieren... Können sie also nicht.
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käx

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #20 am: 21 November 2022, 17:21:05 »

Also ich finde an dieser Diskussion irgendwie schlimm, dass man sie so gar nicht sachlich führen kann.

wenn man der meinung ist auf solche art und weise eine bzw. genau diese diskussion führen zu wollen, ist das von vornherein eine totgeburt.
denn die wichtigste regel derjenigen, die dieses thema ernst nehmen ist (und sollte sein):
rede nicht mit leuten darüber, die es nicht ernst nehmen, bzw. es ins lächerliche ziehen.
es sind nämlich genau diejenigen, die im fall der fälle bei dir vor der tür stehen
und dich um hilfe anbetteln.


« Letzte Änderung: 21 November 2022, 17:24:32 von käx »
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RaoulDuke

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #21 am: 24 November 2022, 12:03:57 »

denn die wichtigste regel derjenigen, die dieses thema ernst nehmen ist (und sollte sein):
rede nicht mit leuten darüber, die es nicht ernst nehmen, bzw. es ins lächerliche ziehen.
es sind nämlich genau diejenigen, die im fall der fälle bei dir vor der tür stehen
und dich um hilfe anbetteln.

Das erscheint mir gerade sowieso als eine gute Idee, so grundsätzlich. Wenn man bessere Informationen zu einem Thema hat, oder glaubt, bessere Prognose-Fähigkeiten zu haben, warum redet man öffentlich darüber?

Wie man sieht, ist ja der Nutzen für die anderen eher gering, denn wenn man seine Gedanken äußert, ist man bei der Ausgangslage hier dann ja direkt ein Nazi - oder schafft es, wie ich weiter oben, zumindest in die Kategorie "nicht links", das ist ja auch schon mal was. Niemand reagiert inhaltlich auf einen Diskussionspunkt wie Heizungspumpen, denn darum ging es ja auch nie.

Wenn man also bessere Informationen hat, erscheint es mir sinnvoller, sich selbst vorzubereiten, ob mit Batterien oder Schlafsack und Whiskey, und Stillschweigen zu bewahren. Und moment mal, gibt es nicht in Leipzig eine Strombörse? Heisst die nicht EEX? ... wenn ich das richtig sehe, handeln die Futures, "Equity Styled Options" und "Future Styled Options". Damit sollte man bessere Informationen über zukünftige Stromknappheiten doch eigentlich zu Geld machen können, oder? *finsteres Kapitalistengrinsen aufsetz*

(Ich weiss allerdings nicht, wie die genannten Optionsprodukte funktionieren, und ein Future wäre wohl relativ ungeeignet für ein solches Unterfangen. Ernsthaft werde ich das nicht verfolgen. Ich habe ja auch keine besseren Informationen.)
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Eisbär

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #22 am: 24 November 2022, 16:17:39 »

Wenn man also bessere Informationen hat, erscheint es mir sinnvoller, sich selbst vorzubereiten, ob mit Batterien oder Schlafsack und Whiskey, und Stillschweigen zu bewahren.
Interessanterweise sehe ich diese Vorbereitungen (der Handel mit Powerstationen, Notstromgeneratoren etc. ist ja nach oben geschossen) jetzt nicht bei denjenigen, die Kraftwerke betreiben oder in den Netzagenturen arbeiten. Oder hat da jemand andere Informationen?

Ich finde übrigens schlimm, das Raoul bei all den sachlichen Argumenten und Fakten die genannt werden, keine Sachlichkeit in der Diskussion erkennen kann.



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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #23 am: 25 November 2022, 09:00:09 »

Mal was anderes, weiss jemand, was der Lebensmittelhandel im Fall eines längeren Stromausfalles zu tun vorhat?
*Haben* sie einen Plan?
Haben sie Dieselaggregate? Wenn nicht, werden die sicher zusehen müssen, daß sie ihre verderbliche Ware flott loswerden und das sind dann Mengen, die nicht mehr in die Müllcontainer gehen.
*Verkaufen* können sie´s nicht, weil die Kassen nicht gehen (Tante Emma und Onkel Ali können evtl mit Buchführung auf Papier überbrücken, aber bei Aldirewelidledeka wird das kaum möglich sein).
Machen die dann Straßenflohmarkt?
"HIIIIIIIER EIN KARTON BANANEN ich tu noch ne Kiepe Äpfel drauf und zwei Pfund Hack und ne Palette Joghurt und alles für GESCHENKT ich muss ja bekloppt sein, kommt, Leute, kommt!"?
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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #24 am: 29 November 2022, 01:01:38 »

Mit "Blackout" verbinde ich etwas anderes.

Was Lebensmittel angeht, ich bin seit November glückliches Mitglied bei zwei Solidarischen Landwirtschaften.
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Eisbär

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #25 am: 21 Dezember 2022, 22:28:38 »

Terra X in Form von Prof. Harald Lesch hat jetzt auch einen Beitrag zum Thema gemacht https://www.youtube.com/watch?v=o5cMVXqVjK0 und dabei auch die Netzbetreiber zu Wort kommen lassen.

Fazit:
Blackout? - Nein.
Brownout*? - Sehr unwahrscheinlich.



*Brownout = kontrolliertes, regional begrenztes Abschalten von Strom für wenige Stunden
« Letzte Änderung: 21 Dezember 2022, 22:37:07 von Eisbär »
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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #26 am: 23 Dezember 2022, 12:39:15 »

Ich rechne auch nicht mit einem Blackout, fühle mich aber mit ausreichend Brennholz und den Holzöfen deeeeeeeutlich besser.

Jeder sollte in "gesundem Maße" vorsorgen, gerade was Wasser+Proviant betrifft. Finde ich jedenfalls.

Dem Staat vertraue ich beim Thema Krisenmanagement so weit wie 2 Meter Feldweg. Wahrscheinlich würden die Hilfgüter das Ziel nicht erreichen weil der LKW an einem "Durchfahrt Verboten" Schild vorbei müsste, die Kekse vorgestern abgelaufen wären (also entsorgt würde!), und ein hochkomplexer Plan zur "maximal gerechten" Verteilung der Güter her müsse!. Frauen und Alte zuerst. Alte mit uneklärtem Geschlecht, wenn sie Besitzer*in von 1-3 Dackel(*innen) sind, erhalten am dritten Dienstag eine extra Rolle Klopapier. Natürlich nur in Türingen und Niedersachsen. Nach Vorlage eines entsprechenden amtlichen Papiers,...
« Letzte Änderung: 23 Dezember 2022, 12:49:42 von PlayingTheAngel »
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RaoulDuke

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #27 am: 23 Dezember 2022, 15:00:40 »

Ich glaube, allein Diskussion und Abstimmung über diesen Plan könnten 2 bis 4 Legislaturperioden in Anspruch nehmen.
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Eisbär

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Antw:Gerede über Blackout im kommenden Winter
« Antwort #28 am: 23 Dezember 2022, 15:14:40 »


Jeder sollte in "gesundem Maße" vorsorgen, gerade was Wasser+Proviant betrifft. Finde ich jedenfalls.
Das gilt aber generell, nicht wegen der aktuellen Stromversorgung. Irgendwelche Naturkatastrophen können grundsätzlich wesentliche Teile unserer Versorgungsinfrastruktur unterbrechen.

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die meisten Feldwege sind besser als ihr Ruf ;)
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