Schwarzes Hamburg

  • 26 Januar 2022, 09:11:36
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Autor Thema: Öffentliche Verkehrsmittel. Abenteuer und Nebenwirkungen.  (Gelesen 73600 mal)

BaerndME

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Antw:Öffentliche Verkehrsmittel. Abenteuer und Nebenwirkungen.
« Antwort #435 am: 11 Januar 2022, 16:45:34 »

Hab hier gerade ein paar Seiten Schimpfe nacheinander gelesen und muss daher mal kurz zurückpöbeln. Wer sich nicht angesprochen fühlt, möge gnädigerweise mit meinem Nervenkostüm Verständnis haben.
[...]
Fahrt halt Auto und steht im Stau. Ragepost Ende.

Du hast mit allem recht und ich weiss das auch alles.
Was nichts daran ändert, daß die DB für regelmäßige Endverbraucher, auch, wenn sie nur so selten fahren wie ich, ein echter Schmerz im Allerwertesten ist. Da man die vielen Faktoren, die dazu führen, nicht alle beeinflussen kann (gerade die personenbezogenen), wird sich das wohl auch nie ändern. Ich hab trotzdem kein Auto ^^ ich hacke meinen Frust ins Internet.

Womit du mir, btw., total aus der Seele sprichst, nörs.
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RaoulDuke

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Antw:Öffentliche Verkehrsmittel. Abenteuer und Nebenwirkungen.
« Antwort #436 am: 11 Januar 2022, 16:58:33 »

Tesla in Grünheide braucht dringend Leute, wird Zeit, dass mal ein paar Arbeitskräfte frei werden, die derzeit in angestaubten, nicht-zukunftsfähigen Firmen wie VW oder Opel fest hängen.

Ich halte alte, verstaubte "Legacy-Anbieter" wie VW, den Stellantis-Konzern und vergleichbar aufgestellte für die derzeit mit interessantesten Unternehmen überhaupt - gerade WEIL es so viel zu verändern gibt, und überall Staub drauf liegt / lag. Da wird derzeit kräftig aufgeräumt, und das beeinflusst die geplante und erwartete Entwicklung auf eine fundamentale Weise. Großer Veränderungsbedarf, großes neues technisches Potential, günstiges Kapital und eine momentan riesige Nachfrage treffen aufeinander. Wenn das Potential erst einmal in Bewegung ist, wird es aber ernst für Tesla. Und zumindest teilweise einigermaßen günstig zu haben sind die Legacy-Anbieter auch noch. Ford hat es bereits geschafft, weniger Dinosaurier und mehr Tesla zu werden, und Aktien spiegeln das auch wieder.

Wie an anderer Stelle geschrieben - Tesla hat meine höchste Bewunderung, aber ich fürchte, sie werden in den nächsten 5 Jahren auf's Heftigste attackiert. Bis zur Entstehung von Überkapazitäten im Elektro-Bereich, was irgendwann absehbar der Fall sein wird (vielleicht aber erst in 10+ Jahren) würde ich auf die Legacy-Anbieter wetten. Und wenn ich könnte, würde ich das dadurch finanzieren, dass ich gegen Tesla wette. Das sollen dann aber Hedge-Fonds oder so machen. ;)

Die größte Konkurrenz für Tesla und Co., eigentlich für das Auto insgesamt, für das Flugzeug und am Ende sogar für die Bahn ist aus meiner Sicht aber auch eine ganz andere: Das Internet. Woody Allen sagte einmal (und das ist eigentlich das Einzige, was ich von ihm zitieren kann): "80% of success is showing up." Das ist irgendwie, irgendwo, irgendwann sowas wie ein Mantra von mir geworden, und in der Folge war ich in der Vergangenheit ein teils extremer Vielreisender. Damit ich eben am Montag morgen um 8 Uhr fröhlich und ausgeschlafen überall sein konnte. Lange Tage und Nächte hinterm Steuer, in Flugzeugen oder Bahnen und anstrengende, teils langwierige Hotelaufenthalte waren der Preis dafür. Heute reicht meine kleine Webcam - ich habe eine etwas bessere gekauft, als in einem Laptop normalerweise verbaut ist, und ein gutes Headset. Beides zusammen ist für weniger als eine Hotelübernachtung zu haben, vermutlich sogar für weniger als zwei Tankfüllungen. Und zu meiner großen Überraschung geht es auch, und eigentlich sogar besser! Schnell ein paar Folien zeigen, eine kurze Berechnung demonstrieren usw. geht mit ein paar Clicks. Irgendwelche Laptops an Beamer fummeln, sich den Weg zum Konferenzraum bahnen, noch einen lebensnotwendigen Kaffee auftreiben usw. - fällt alles weg.

Einkaufen findet mittlerweile auch, außer für Lebensmittel, im Wesentlichen Online statt, ich besuche Online-Festivals und streame Musik online, treffe Freunde und Bekannte online (OK, auch dank Corona, aber es geht eben auch wirklich gut) - ich habe sogar Online-Kneipenabende mitgemacht. War lustig, hatte sogar am nächsten Tag Kopfschmerzen, ganz offline.

Wofür brauche ich dann eigentlich diese ganze Reiseinfrastruktur, wenn ich mir diesen teils brutalen on-the-road-Lifestyle auch einfach sparen kann? ... ich fahre jeden Tag, den ich im Büro vor Ort bin, mit der Bahn. Und sitze in fast leeren Waggons, die mich vor ein fast leeres Gebäude fahren. Vielleicht einmal in der Woche, wenn es hoch kommt. Ein Kraftfahrzeug verwende ich vielleicht auch an einem Tag der Woche, weil es nicht anders geht oder praktisch ist.

Vielleicht sind Autos bald zu einem großen Teil Freizeit- und Spaßvehikel, und die Bahn dünnt die Verbindungen aus, weil kaum noch einer irgendwo hin will. Was soll ich denn eigentlich auch noch im Büro?

Ich weiss, nicht jeder kann im home office arbeiten. Aber viele können es, und auch wenn es seine eigenen Herausforderungen hat, viele werden dabei bleiben.
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BaerndME

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Antw:Öffentliche Verkehrsmittel. Abenteuer und Nebenwirkungen.
« Antwort #437 am: 11 Januar 2022, 17:44:06 »

Ich zitiere gleich mal im entsprechenden Thread.
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