Schwarzes Hamburg

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Autor Thema: (Bar) Geld überflüssig oder notwendig ?  (Gelesen 530 mal)

Jack_N

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Antw:(Bar) Geld überflüssig oder notwendig ?
« Antwort #15 am: 17 Januar 2023, 11:16:40 »

Das mit der Karte in Schweden hat mich auch ereilt, hier kannst aber mal wieder den schnarchigen Banken in D die Schuld geben, die ihr eigenes System (Girokarte mit Maestro-Funktion, abgeleitet von der Mastercard) ewig noch durchgezogen haben, wo im Ausland schon lange nur noch die Visa-Abkömmlinge akzeptiert wurden.
Hierzulande wird jede Kuh gemolken bis sie tot ist. Ein Großteil der Abneigung gegenüber digitalen Bezahlsystemen kommt aus der Kleinwirtschaft, und zwar nicht daher, dass sie tatsächlich irgendwelche Bedenken bezüglich der Sicherheit oder Datenschutz oder irgendsowas haben, sondern weil zuviele Mittelsfirmen zuviel dran verdienen, und zwar pro Transaktion.
Es wird quasi je nach Anbieter ein Grundbetrag pro Transaktion verlangt, daher ja ewig auch das "Kartenzahlung erst ab 10 Euro" in Apotheken usw... (was inzwischen mein ich gekippt wurde).
Da muss natürlich auch ein Umdenken erfolgen. Vermutlich hat daher auch Gravis kein Problem damit - jeder weiss ja, was offiziell lizensiertes Apple-Zubehör kostet, da spielt die Transaktionsgebühr keine Rolle :D

Das mit den Keypads ist in der Tat noch ein Problem. Interessant fand ich das Einkaufen in Schweden in den Supermärkten mit den personalisierten Handscannern: Jeder nimmt sich am Eingang so ein Scangerät aus der Wandhalterung, Desinfektions-Zubehör steht direkt an der Stelle parat. Die Geräte werden in der Wandhalterung auch gleich geladen, also immer bereit. Dann erfolgt einmal mit seiner Karte und Pin oder dem Scannen eines Codes über sein Mobiltelefon die Anmeldung. Man kann das Ding am Einkaufswagen anklipsen und scannt jeden Artikel, den man in den Wagen schmeisst. Auf dem Display sieht man immer was man grad im Wagen hat und wieviel das einen kosten wird. Am Ausgang hält man da Gerät dann an die "Auscheck-Station", und der Korbinhalt wird mit dem vorher eingerechneten Konto nach einer Bestätigung abgerechnet.
Jeder x-te Wagen wird dann hinterher nochmal vom freundlichen Personal kontrolliert, damit keiner einfach mal so Waren reinschmeisst ohne sie zu scannen. Wird dann nachgescannt, gibt ne höfliche Ermahnung, das isses.
Funktioniert in Schweden. Die Briten haben da mehr Probleme, Target hats wohl versucht und hohe Diebstahlraten.

Was einem auch zeigt: Nicht jedes System eignet sich für jedes Land/jede Leute.


Edit: Noch ein Nachtrag zur EC-karte: Der Name ist vielen noch aus den Zeiten eines "Eurocheque" bekannt - daher kam auch ursprünglich die Bezeichnung. Diese Karten gibts aber schon seit 2002 nicht mehr. In Deutschland wurde später daraus die Girocard, welche aber nur innerhalb Deutschlands funktioniert. Der Grund, warum diese sich hier etabliert hat ist eben der, dass zwar hier auch Transaktionsgebühren anfallen, diese aber bei den klassichen Kreditkartenanbietern wie Visa/Mastercard bis zu viermal so hoch sind/waren wie bei der Girocard.
Jetzt ists ja so, dass bei einer klassischen Kreditkarte nur einmal im Monat das, was man den Firmen schuldet, abegebucht wird. Allerdings war es auch bei Firmen so, dass diese die Zahlungen dann nur einmal im Monat bekamen. Das bedeutete einerseits nur eine große Transaktion, und damit recht geringe Gebühren, aber Tante Emma in ihrem Miniladen will nicht erst am Ende eines Monats die Zahlungen bekommen - oder noch länger darauf warten, wenn die Kreditkarten nicht gedeckt waren.
Die Visa/Master-Debitkarten funktionieren hier wie die Girokarte, die Transaktion wird sofort vom Konto abgebucht. Dadurch lassen sich aber keine Beträge "reservieren" vom Kreditrahmen, für Automieten funktionieren diese daher z.B. nicht, auch selten für Hotelreservierungen (oder es wird erstmal der gesamte Maxbetrag vom Konto abgebucht, und später erstattet).
Zudem haben die Händler jetzt das Problem, dass jede Transaktion eine Visa/Mastercard-Transaktion ist und jede sofort durchgeführte Transaktion wieder soviel kostet (übrigens auch der Grund, warum viele Läden in D ewig keine Kreditkarten akzeptiert haben!).
Die Girocard war auch als EC-Karte bekannt, EC stand hier dann für "Electronic Cash". Der Name war an das alte Eurocheque angelehnt, war aber wie gesagt ne rein deutsche Sache, und nur durch die Kooperation der Kartenaussteller mit Visa und/oder Mastercard konnten die Karten überhaupt im Ausland genutzt werden.

Wenn man es also so will, so lief ein Großteil unseres Zahlungsflusses sowieso schon seit Jahrzehnten über nicht-regionale Banken, sondern über die großen, landesunabhängigen Kreditkarteninstitute dieser Welt.
« Letzte Änderung: 17 Januar 2023, 11:29:55 von Jack_N »
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Antw:(Bar) Geld überflüssig oder notwendig ?
« Antwort #16 am: 18 Januar 2023, 13:37:49 »

Zum digitalen Euro, der in dem vorherigen Beitrag meines Erachtens nach vollkommen falsch dargestellt wurde (er soll da Bargeld nicht ersetzen z.B.) gibts bei Golem.de grad noch einen ganz guten Artikel, der eklärt was das Ding sein soll, was es können soll und was nicht:
https://www.golem.de/news/digitaler-euro-der-europaeische-anti-bitcoin-2301-170253.html

Ich finde angesichts des Ganzen den Namen "digitaler Euro" etwas blöd gewählt. Eigentlich ists meines Erachtens nach eine andere, eigenständige Währung, die aber werttechnisch an den Euro gekoppelt ist.
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