Schwarzes Hamburg

  • 21 Juni 2018, 16:00:58
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Autor Thema: Niemals Amazon!  (Gelesen 244 mal)

Black Ronin

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Niemals Amazon!
« am: 08 Juni 2018, 15:00:12 »

Fand gerade dieses hier: http://www.ln-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-im-Rest-der-Welt/Frontal-21-Amazon-vernichtet-massenhaft-Neuware
Mir war Amazon schon immer unsympathisch. Zuerst wegen der Arbeitsbedingungen, dann durch die schiere Grösse die viele Einzelhändler kaputt gemacht hat und nun die Vernichtung von Waren.
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Alte Pizza

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #1 am: 08 Juni 2018, 21:06:23 »

Ich habe noch nie was über Amazon bestellt. Bevorzuge immer noch das ins Geschäft gehen.  :)
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waldlaeuferin

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #2 am: 09 Juni 2018, 17:39:59 »

Och joa, gibt ja noch genug andere Argumente gegen Amazon. Z.B. die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten
http://fm4.orf.at/stories/2916567/

Das nächste größte Ding dürfte bei der derzeitig "normalen" Konsumenteneinstellung Alibaba sein. Bietet einen Großteil der Elektroartikel zu einem Bruchteil der Kosten von Amazon, dafür haben es dann chinesische Sklaven abgepackt.
Bauen bald vielleicht auch ein Lager hier in Hamburg: https://www.logistik-heute.de/Logistik-News-Logistik-Nachrichten/Markt-News/18420/Chinesischer-Onlinehaendler-prueft-eine-Ansiedlung-im-Hamburger-Hafen-Logist
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Jack_N

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #3 am: 11 Juni 2018, 14:14:19 »

Ich finds etwas scheinheilig auf Amazon so rumzuhacken.
Zudem ist die Berichterstattung in allen Themen sehr tendenziös, und einseitig.

Vorab: Wenn jemand eine Dienstleistung kostenlos anbietet, dann ist diese nie "kostenlos". Derjenige will immer etwas dafür, und sei es nur eine Bestätigung seines tuns, damit er sich besser fühlt, weil er ja was soziales getan hat.
Im Falle der elektronischen Datenverarbeitung "zahlt" man für kostenlose Leistungen in der Regel mit Kontaktdaten, an die Werbung versendet werden kann.
Oder aber mit anderen Daten - siehe damals "Ingress", welches von Niantic Software für Google als kostenloses Spiel angeboten wurde. Google hat seine Location-Daten von Maps hierfür zur Verfügung gestellt, und diese wurden durch die Spieler "optimiert", indem sie durch die Berichtigung von Geotags genauer gemacht wurden. Zudem hat Google sehr einfach beliebte Orte durch die hohe Anzahl von Spielern und deren Bewegungsprofile ausfindig machen können - man musste zum Spielen ja sein GPS aktiv haben.
Dies floss in die Optimierung von Maps und Werbemaßnahmen ein.

Dasselbe ist es mit Amazons Alexa: Die Geräte werden zu günstigen Preisen verramscht, mit den Diensten, die hinten dran hängen, wird Geld gemacht. Je mehr Leute so ein Gerät nutzen, desto eher kann Amazon dafür, dass die Geräte Funktionen von Firmen aufnehmen, Geld verlangen.
Zudem kann so eine einheitliche Plattform für Sprachsteuerungen geschaffen werden.
Da die Daten aber bei der derzeitigen Rechenleistung der Kisten auf den Servern von Amazon analysiert und bearbeitet werden müssen ist es nicht verwunderlich, dass Amazon für diese "Leistung" gewisse Nutzungsmöglichkeiten offen hält was die Weiterverwendung erhobener Daten angeht.
Wer einmal die History eines Echo-Gerätes angesehen hat (man kann die aufgezeichneten Sachen online abrufen, auch die, die fehlgeschlagen sind, also wo zwar das Aktivierungswort, aber kein Kommando erkannt wurde), der ahnt dass da viel mehr übertragen wird als man haben will.

Aber daran sind die Leute Schuld, die sich so etwas als Allheilmittel selbst in die Bude stellen.


Was den Versand angeht: Amazon ist hier Logistik-Dienstleister für eine Vielzahl an Händlern, die so kein eigenes Lager mehr betreiben. Diese Händler wurden gefragt wie mit Retouren umgegangen werden soll. Wenn der Händler nun sagt: "können wir eh nicht mehr verkaufen, machs unbrauchbar" - dann bietet Amazon diesen Service an (sie wären dumm es nicht zu tun aus wirtschaftlicher sicht) und macht genau das.

Ein Weiterverkauf wäre eigentums- und steuerrechtlich problematisch, dann müsste Amazon ja die Ware erwerben um sie dann weiterzuveräußern. Damit könnte der Händler sie aber kaum noch als Verlust abschreiben.
Mit anderen Gesetzen wäre hier eventuell eine bessere Lösung möglich. Allerdings habe ich auch schon so oft Ware erhalten, die auf dem Transportweg beschädigt wurde - das will man nicht nochmal jemand anderem andrehen (würde auch keiner für den Neupreis nehmen).
Bei hochwertigem Druckerpapier z.B. bedeutet eine schlechte Verpackung schnell mal über 100€ Schaden in einem einzigen Karton, wenn das alles an den Ecken verknickt und zerdellt ist. (gutes Fotopapier kann mehr als 1€ pro Blatt kosten).


Was den Einkauf im lokalen Laden angeht:
Viele Waren die ich haben möchte gibt es nicht im lokalen Laden. Nichtmal in 200km Umkreis.
Und wenn dann unglaublich überteuert.
Ich kann sogar BOSCH-Ersatzteile für mein Auto, Made in Germany, günstiger aus den USA inklusive Versand und Steuern und Zoll kaufen, als hier im Laden beim günstigsten lokalen Anbieter!
Entschuldigung, aber wenn wir soweit sind, dann ist am lokalen Einzelhandel was faul, und dann muss man sich wirklich überlegen ob der für alle Arten von Waren überhaupt Sinn macht.

Lebensmittel - keine Frage, wobei ich bei Krankheit oder bei mobilitätseingeschränkten Menschen einen Lieferservice vom Supermarkt durchaus begrüße! (selbst auch schon genutzt, funktioniert "brauchbar").

Aber alles Andere ist einfach nur mit Frust verbunden, egal ob ich einfach nur Stifte und Papier, PC-Hardware, Software, KFZ-Teile oder sonstwas benötige. Stets dasselbe: Ich bekomme es nicht vor Ort, ich muss es sowieso bestellen. Wenn ich das selbst tu bin ich nicht nur schneller als die Geschäfte, die mir anbieten könnten dass sie das für mich ordern - es ist auch noch günstiger.


Letztenendes gibt es eine einfache Art das Handeln von Firmen wie Amazon zu beeinflussen: Schlagt ihnen für die Dinge, die sie eurer Meinung nach nicht richtig tun, eine lukrativere Alternative vor.
Solange die Gesamtkosten niedriger sind wird ein gewinnorientierter Konzern diesen Weg gehen.
Ein nicht-gewinnorientiertes Verhalten zu erwarten halte ich für vermessen, denn im Endeffekt wollen wir alle gewinnorientiert arbeiten und leben.
Ich denke jeder, der arbeitet, will von seiner Arbeit auch seinen Lebensunterhalt bestreiten können, und das in der Regel so gut wie möglich.

Alibaba ist über seinen Ableger Aliexpress übrigens schon lange international tätig, auch mit guten Erfahrungen. Von chinesischen Sklaven würde ich übrigens nicht pauschal reden, auch dort gibt es mittlerweile einen Trend zu höheren Löhnen. Zudem spiegelt sich wieder, dass eine gewisse Qualität nahe westlicher Produkte (die oft auch nur in USA/Europe entwickelt und in China gefertigt wurden - siehe iPhone) eben auch entsprechende Kosten verursacht. Siehe aktuelle Top-Modelle von Mobiltelefonen chinesischer Hersteller - diese liegen im Preis auch bei 600€ oder höher. Qualitätssicherung kostet, wenn diese im Spiel ist muss sie mitbezahlt werden. (ebenso werden chinesische Autos immer teurer, je näher sie in der Qualität an die europäischen Fahrzeuge rankommen)
Sogar die Lego-Kopien (die in Teilen legal sind, sämtliche Patente auf die Steine ansich sind ausgelaufen und Lego selbst war eine Kopie und Verbesserung bestehender Blocksysteme) sind inzwischen preislich in Regionen angelangt, wo nur noch die illegalen Kopien von Sets mit besonderen Designs lukrativ erscheinen. Reine Sets deren Preis durch die Anzahl der Steine zustandekommt sind auch keine Geldbeutelschoner mehr.


Wo insgesamt angesetzt werden sollte ist die Überproduktion bestimmter Güter, die niemand in der Menge benötigt. Das ist in allen möglichen Fällen so, z.B. hab ich grad mal drüber nachgedacht: Wie viele Schuhe werden wohl in Größen gefertigt, in denen niemand sie kaufen möchte, und wieviel Leder wird dafür verschwendet weil diese am Ende ungetragen im Müll landen?
Ähnliches Problem, macht sich aber kaum einer einen Kopf drum.
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nightnurse

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #4 am: 13 Juni 2018, 11:46:14 »

Ja Mensch. Die schmeißen unverkäufliche Ware weg und in Afrika hungern die Kinder!!!!!1 ::) Wie genau unterscheidet sich Amazon da jetzt von den Obst- und Gemüseherstellern, die jedes Jahr Zillionen Tonnen Lebensmittel wegkippen?
Da gibt es echt relevantere Gründe, Amazon doof zu finden. Und der Verbraucher ist mit schuld. Irgendwer hat die ganzen Massen von Ramsch doch mal bestellt, um ihn dann zurückzuschicken. Weil´s ja nix kostet. (...hatte Amazon nicht mal nen Remittenden-Markt? O.o)
Also, was Waldläuferin und Jack sagen.


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Jack_N

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #5 am: 14 Juni 2018, 09:51:05 »

Bezüglich Remittenden: ja, einiges an Waren was von Amazon selbst verkauft wird landet in den "Warehouse-Deals" und wird mit defekter Verpackung (und eben Hinweis auf diese) vergünstigt wieder angeboten.
Was da vernichtet wird sind die Rückläufer von Händlern, die über Amazon als Marktplatz anbieten, den Versand und die Logistik aber auch über Amazon abwickeln (weil bequem und billiger als ein eigenes Lager vorzuhalten). Die sagen dann: "Bevor der Artikel von Amazon zu uns geht, wir ihn dann an den Hersteller einsenden müssen, und Monate später einen Ersatz ohne verkaufsfähige Verpackung erhalten können die das auch gleich wegkloppen. Und besser die als wir, sonst müssen wir noch Müllgebühren zahlen."

Das das ökologisch ganz große Kacke ist braucht man wohl keinem erzählen. Bin ja selbst auch ne Person die immer erstmal zu Lötkolben und 2-Komponenten-Kleber greift, und erst wenns versaut ist und die Bauteile von der Platine fallen einsieht, dass man vielleicht ein Neuteil braucht.

Sich darüber aufzuregen ist zwar nicht verkehrt, das will ich nicht behaupten. Sich aufzuregen und dann eine bessere Lösung für den Handel anzubieten, die auch kostengünstiger ist (dann wird sie nämlich auch umgesetzt) - das ist eher was, was man hier bräuchte.

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BaerndME

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Antw:Niemals Amazon!
« Antwort #6 am: Gestern um 16:57:17 »

Zweimal Daumen-hoch für Jack_N.
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